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12/11/15

Pressemitteilung

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger

Die gesplittete Abwassergebühr ist in aller Munde. Täglich erreichen uns Dutzende von Anfragen und Telefonaten. Dabei zeichnet sich eine erhebliche Verunsicherung der Grundstückseigentümer durch nicht nachvollziehbare und gesetzeskonforme Behauptungen von “Fachleuten” ab. Wir haben uns daher entschlossen, auf wesentliche Dinge hier einzugehen, bzw. Hilfestellung zu leisten und auf Informationsbroschüren hinzuweisen.

Der Gesetzgeber versteht unter Abwasser, dass durch Gebrauch in seinen Eigenschaften veränderte Wasser (Schmutzwasser), das von Niederschlägen aus dem Bereich bebauter oder künstlich befestigter Flächen abfließende und gesammelte Wasser (Niederschlagswasser) sowie das sonstige zusammen mit Schmutzwasser oder Niederschlagswasser in Abwasseranlagen abfließende Wasser. (Quelle HSGB)

Gerade bei bebauten Flächen ist der Anschluss des Abwassers an die Abwasseranlagen der Gemeindewerke Burghaun wesentlicher Bestandteil einer Baugenehmigung (Anschlusszwang), soweit in seltenen Fällen die Baugenehmigungsbehörde eine andere Klärung zulässt. Jede eigenmächtige Änderung der Abwasserhausanlage, die nicht Bestandteil der Baugenehmigung war oder ist, ist somit nicht legitimiert, nicht genehmigt und führt im Schadensfall eventuell zum Verlust des Versicherungsschutzes. Jeder Grundstückeigentümer muss sich daher über eventuelle Folgen im klaren sein.

Dabei ist das Versickern von Oberflächenwasser meist in mehr Fällen möglich als man ursprünglich denkt. Es bieten sich Mulden- und Rigolenversickerungssysteme an. Die Möglichkeiten sind individuell von Haus zu Haus verschieden und bedürfen im Einzelnen einer ordnungsgemäßen fachtechnischen Planung. Dringend zu beachten ist, dass durch Versickerung die Nachbargrundstücke nicht geschädigt werden dürfen. Wird also Oberflächenwasser aus versiegelten Flächen in das Erdreich eingeleitet, ist sicherzustellen, dass dieses beispielsweise nicht derart an die Grundmauern von angrenzenden Häusern ankommt, dass dieses Wasser Schäden am Mauerwerk verursacht. Daher sollte in jedem Fall ein entsprechender Fachmann (Architekt oder Ingenieur) zu Rate gezogen werden. Bei großen Gartengrundstücken reicht es oft, das Oberflächenwasser flächig (z.B. in einer Mulde) auf die Gartenfläche zu verteilen. Zu prüfen ist auch, ob jede kleine versiegelte Fläche (z.B. Fußweg im Garten) unbedingt an einen Ablauf angeschlossen werden muss. Oftmals kann das Regenwasser einfach in die Grünfläche abgeleitet werden, ohne dass daraus ein Schaden entsteht.

Sollte es dennoch zu nachbarlichen Streitfällen kommen, ist der Betreiber einer Versickerungsanlage, egal in welcher Form, verpflichtet, einen Nachweis über die Funktionsfähigkeit der Anlage sowie die Einhaltung der Regeln der Technik (DIN Vorschriften etc.) bei der Planung und dem Bau zu führen!!

Wenn ein Grundstückseigentümer eine Änderung der Versiegelungsfläche vornimmt und mitteilt, ist selbst bei einer Genehmigung, soweit diese erforderlich ist, immer der Grundstückseigentümer Haftender gegenüber eventuell Geschädigten.

Eine Ableitung von Oberflächenwasser in gemeindliche Gräben ist AUSGESCHLOSSEN.

Die vorhandenen Gräben sind hydrodynamisch nur dafür ausgelegt, Oberflächenwasser aus Wegen oder Straßen aufzunehmen und nicht aus privaten Grundstücken.

Der Praxisratgeber „Entsiegeln und Versickern“ des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Familie und Gesundheit bietet wertvolle Tips und Planungshinweise zum Bau einer privaten Versickerungsanlage.

Der Ratgeber kann bei den Gemeindewerke Burghaun in Einzelexemplaren eingesehen bzw. abgeholt werden.

Ihre Gemeindewerke Burghaun.